Flashplayer downloaden? Logo Meeresgeologie Online ... zur Startseite
Schrift kleiner | grösser 

Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Large Igneous Provinces

Autor: Dr. David Voelker

Große Basaltplateaus (Large Igneous Provices oder LIPS) sind Bereiche verdickter ozeanischer Kruste, die bathymetrisch häufig als Plateaus oder Rücken ausgebildet sind. Im Unterschied zu Mittelozeanischen Rücken liegen sie nicht notwendig an Plattengrenzen sondern häufig auch innerhalb von Platten und weisen keine seimische Aktivität auf (aseismische Rücken). Die Größe von einzelnen LIPS lässt auf vulkanische Tätigkeit in gewaltigem Ausmaß schliessen.

Innerhalb der ozeanischen Platten liegen Bereiche mit für ozeanische Kruste anormaler Krustenmächtigkeit. Die Isostatische Gleichgewichtslage aufgrund der Krustenzusammensetzung läßt diese Bereiche häufig als Plateaus über den Tiefsee-Ebenen aufragen. Insofern diese Plateaus nicht notwendig an Plattengrenzen liegen und häufig auch keine besondere seismische Aktivität zeigen, werden sie auch aseismische Plateaus genannt. Die Herkunft der verschiedenen Plateaus muß nicht identisch sein und ist auch oft unklar. Teilweise könnte es sich um Bruchstücke kontinentaler Kruste (Mikrokontinente) handeln, teilweise handelt es sich um LIPS (large igneous provinces). LIPS sind große Basaltplateaus, die auf Eruptionsereignisse zurückgehen und teilweise auf konkrete hotspots zurückgeführt werden können. Wenn die Ausmaße manche der großen LIPS, etwa des Kerguelen Plateaus, des Rio Grande Rise, des Ontong-Java-Plateaus oder der Karibischen Platte (in der Abbildung in blau gehalten) in betracht gezogen wird, muß es sich um gewaltige Austrittsphasen gehandelt haben (superplume-events). Vergleichbare Eruptionsereignisse innerhalb der Kontinente sind Flutbasaltprovinzen wie z.B. mit die Deccan Traps in Indien.

Bildbeschreibung siehe Bildunterschrift

Auftreten von Bereichen des Ozeanbodens mit gegenüber "normaler" ozeanischer Kruste verdickter Kruste (Plateaus, LIPS, aseismische Rücken). Aus: Coffin & Eldholm, Encyclopedia of Ocean Sciences, Academic Press, 2001. Mit freundlicher Genehmigung durch M. F. Coffin, University of Texas Institute for Geophysics. GALA=Galapagos hotspot NAZC=Nazca Ridge JUAN=Juan Fernandez Ridge COCO=Cocos Ridge MAUD=Maude Rise ASTR=Astrid Ridge GUNN=Gunnerus Ridge WALV=Walvis Ridge AZOR=Azores MADE=Madeira CANA=Canares CAPE=Cape Verde AGUL=Agulhas Rise CROZ=Crozet KERG=Kerguelen Plateau

Die Art von vulkanischen Großereignissen, die zur Enstehung von Large Igneous Provinces führen, unterscheiden sich von denjenigen, die man mit "normaler" Plattentektonik assoziiert sind. Auffällig ist einerseits die schiere Menge und die Rate von gefördertem Material: (1) alle gut untersuchten Flutbasaltprovinzen wurden innerhalb von Zeiträumen von 1 My oder weniger gebildet, (2) große LIPs wie z.B das Ontong-Java-Plateau mit einer Fläche von 1/3 von Australien und einer Mächtigkeit von 30 km enthalten ein Volumen von 50*106 km3 Basalt (Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Coffin & Eldholm, 1994)Coffin, M. F., and Eldholm, O. (1994). Large igneous provinces: crustal structure, dimensions, and external consequences, Reviews of Geophysics, 32, 1-36.. (3) ist auffällig, daß Flutbasalte im inneren von kontinentaler und ozeanischer Kruste auftreten, als auch an passiven wie aktiven Plattengrenzen. (4) Scheinen viele LIPs auf nahezu gleichzeitige, zeitlich eng begrenzte Ereignisse zurück zu gehen. Eine Theorie besagt, daß es sich um Ereignisse handelt, die sich komplett von der "normalen" Art des Wärmeaustauschs zwischen Kruste und oberem und unterem Mantel unterscheiden. Diese Ereignisse werden MOMO-Episoden genannt (Mantle Overturn, major Orogeny) im Unterschied zu den "normalen" Wilson-Perioden.

Während der Wilson-Perioden (links) funktioniert die normale Plattentektonik: Unterer und oberer Mantel sind in ihrer Konvektion weitgehend unabhängig voneinander, die Konvektion des oberen Mantels treibt die Platten an, Ozeane öffnen sich an Mittelozeanischen Rücken, die ozeanische Kruste wird an Subduktionszonen in den Mantel zurück geführt. Vulkanismus erfolgt in linearen Bereichen entlang der Mittelozeanischen Rücken und Subduktionszonen, die ozeanische Kruste wird kontinuierlich erzeugt und hat eine mittlere Mächtigkeit von ~8 km. Während MOMO-Episoden, steigen Manteldiapire von der Kern-Mantel-Grenze auf und bringen gigantische Massen von Material (und Wärmeenergie) an die Erdoberfläche. Es resultieren zusammenhängende Bereiche mächtiger Basaltlagen (z.B. bis 30 km mächtige, verdickte ozeanische Kruste), die keinen Bezug zu den Plattengrenzen haben.

Wenn die Ozeanischen Plateaus isoliert und landfern, sowie oberhalb der CCD liegen, kann man auf ihnen häufig die reinsten biogen-pelagischen Sedimente finden, da keine Vermischung mit turbiditisch eingetragenem Material und nur geringe Lösungseffekte auftreten. Derartige Sedimente sind besonders geeignet, Klimasignale (z.B. Sauerstoff-Isotopen-Oszillationen) zu speichern.

Mehr zu LIPS können Sie Internet-Artikel von Millard F. Coffin (Institute for Geophysics at the University of Texas) nachlesen, oder z.B. im Artikel von Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Coffin & Eldholm (1994)Coffin, M. F., and Eldholm, O. (1994). Large igneous provinces: crustal structure, dimensions, and external consequences, Reviews of Geophysics, 32, 1-36.