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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Der Bengalfächer

Autor: Dr. David Voelker

Der Bengalfächer ist von seiner Ausdehnung her der grösste Tiefseefächer der Welt. Er bedeckt den gesamten Meeresboden des Golf von Bengalen von etwa 20°N und reicht noch weiter nach Süden mit den äußersten Ausläufern bei 7°S. Der Bengalfächer hat damit eine Nord-Süd-Erstreckung von 3000 km und an seiner breitesten Stelle eine Ost-West-Erstreckung um 1300 km. Die Fläche von etwa 3,000,000 km2 entspricht etwa der Landfläche von Indien.

Der Bengalfächer wird von Sedimenten aufgebaut, die über Bramaputra und Ganges in den Golf von Bengalen eingespeist werden (siehe Abschnitt über Flusseintrag von Sedimenten). Die Flussfracht dieser beiden Fluss-Systeme ist deshalb gewaltig weil sie einen grossen Teil (geschätzte 70%) der Abtragungsprodukte des Himalaya mit sich führen. Die Sedimentfracht beider Flüsse wird auf >2.0*109 t/y geschätzt. Aus diesem Grund ist die Entstehungsgeschichte des Fächers eng mit der Entstehung und Erosion des Himalaya und des Tibet-Plateaus verknüpft und speichert Informationen über klimatisch und tektonisch bedingte Veränderungen dieser Geschehen.

Vom Gangesdelta aus werden die Sedimente über einen tiefen untermeerischen Canyon (Swatch of no Ground) über den Schelf als Turbiditströme in die Tiefsee befördert.

Die Mächtigkeit der Sedimentmassen, die den Bengalfächer aufbauen kann aufgrund von seismischen Daten abgeschätzt werden (siehe Kapitel zu Isopachenkarten). An seinem nördlichen Ende, d.h. nahe der Mündung von Ganges und Brahmaputra ist die Mächtigkeit am höchsten und beträgt mehr als 15 km (Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Curray, 1994Curray (1994). The sediment volume and mass beneath the Bay of Bengal. Earth and Planetary Science Letters, 125, 371-383)). Die Mächtigkeit nimmt nach Süden ab, die Sedimentzunge dünnt aus und geht bei 7°S in die normale pelagische Sedimentbedeckung über.

Die mittlere Hangneigung auf dem Bengalfächer ist extrem gering. Während im Norden noch eine Neigung von etwa xx ° nach Süden vorliegt, verringert sich diese nach Süden auf nahezu 0°. Daher ist es umso erstaunlicher, dass Sedimente die gesamte Strecke von der Mündung des Ganges bis zum südlichen Ausläufer des Fächers (3000 km) als Turbidite zurücklegen können.

Der Bengalfächer

Gestalt des Bengalfächers: vom unterseeischen Canyon vor der Mündung des Ganges (Swatch of no Ground) im Norden reict der gering geneigte Fächer bis 3000 km nach Süden.

Der Sedimenttransport ist auf ein System von meandrierenden Rinnen beschränkt (Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Hübscher et al., 1997Hübscher et al. (1997) The youngest channel-levee systems if the Bengal Fan; results from digital echosounder data . Marine Geology 141, 125-145)). Rezent findet Akkumulation von Sedimenten vor allem seitlich der Rinnen (in sogenannten levees) statt. Hierbei kommt vor allem der zentralen aktiven Rinne, dem Bengal Channel eine wesentliche Rolle zu.

Der Fächer war Objekt von mehreren Beprobungsfahrten innerhalb des DSDP und ODP - Projekts. Esr wurde ausserdem auf den SONNE-Fahrten 125 und 126 und Fahrten der Marion Dufresne beprobt. Ergebnisse dieser Fahrten und Expeditionen können Sie hier nachfragen: