Flashplayer downloaden? Logo Meeresgeologie Online ... zur Startseite
Schrift kleiner | grösser 

Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Drifterbojen

Autor: Dr. David Völker

Eine an sich einfache Möglichkeit Strömungen an der Oberfläche der Ozeane oder in einer definierten Tiefe zu messen, besteht darin, schwimmende Körper auszusetzen und ihren Weg zu verfolgen

Die Funktionsweise einer Drifterboje ist denkbar einfach: es handelt sich um ein passiv treibendes Objekt, das wie eine Flachenpost ausgesetzt und irgendwann (in der Regel nach ein paar Monaten) wieder eingesammelt wird. Meistens handelt es sich um eine Boje mit Satellitensender und einer in das Wasser ragenden strumpf- oder segelartigen Konstruktion, die dafür sorgen soll, dass die Boje von der Strömung mitgenommen wird. (Fridjof Nansens Schiff Fram war in diesem Sinne auch eine im Nordmeer treibende Boje). Heutzutage sind solche Drifterbojen mit Sendern ausgestattet, die ihre Ortung erleichtern und ihren weg in großer Genauigkeit nachzeichnen lassen. Der Weg einer Boje ist wie der eines bestimmten Moleküls in der Strömung von vielen Zufällen abhängig, daher gibt erst eine Vielzahl von solchen "Partikelpfaden" eine Vorstellung über die mittleren Richtungen und Geschwindigkeiten einer Strömung.

Es gibt Datenbanken von Drifterdaten, so z.B. auf dem Athena-Server der NASA, oder der Mediterranean Surface Drifter Database, einer Sammlung von Daten aus dem Mittelmeer von der man Zeitreihen der Wege einzelner Bojen herunterladen kann.

Wege von Drifterbojen im Pazifischen Ozean

Wege von Bojen in der zentralpazifischen Strömung und dem Kuroshiostrom vor Japan (Daten aus der Datenbank der NASA). Die Sprünge in den Daten (Zacken im Pfad) gehen darauf zurück, dass die Bojen eingesammelt und gewartet wurden.

Weg einer Drifterboje im Kuroshiostrom, Japan

Detailaufnahme des Wegs einer Boje (Boje Nr. 16253) im Kuroshiostrom vor Japan im Jahr 1995 (Daten aus der Datenbank der NASA). Die Punkte wurden im Abstand von einer Woche gemessen. Die Zeitreihen lassen den Schluss zu, dass die Boje zwischen dem 27.08.1995 und dem 04.09.1995 etwa 840 km zurückgelegt hat.