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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Niederschlag und Verdunstung

Autor: Dr. David Voelker

Die Salinität an der Oberfläche der Ozeane wird durch die Zufuhr von Süßwasser durch Flüsse und Gletscher und das Verhältnis von Niederschlag zu Verdunstung geprägt. Die Verteilung der Niederschlagsmengen und die Rate der Verdunstung ist wiederum durch die großen globalen Wetterzonen geprägt.

Die Niederschlagsmengen auf der Erde variieren besonders in mittleren Breiten und den Monsunzonen mit Jahreszeiten. Für das Signal im Zusammenhang mit der Salinität der Oberflächenwässer der Ozeane ist aber vor allem das Jahresmittel des Niederschlags von Bedeutung. Die Verteilung der Jahres-Niederschlagsmenge hat in erster Ordnung einen zonalen Charakter, bilet also "Gürtel" parallel zum Äquator. Die Regionen mit den geringsten Niederschlagsmengen liegen etwa zwischen 20° und 30° nördlich und südlich des Äquators. Dies sind auch die Zonen, in denen die bedeutendsten Wüsten der Erde liegen (z.B. Sahara, Mojave, Namib). Hier liegen stabile Hochdruckzonen. In den Tropen existieren dagegen recht stabile Tiefdruckzonen mit entsprechenden Niederschlagsmengen. Die größten Abweichungen von diesem zonalen Muster gehen auf Meeresströmungen zurück. Die Niederschlagsmengen haben darüber hinaus lokal viel mit der Verteilung und Gestalt der Kontinente zu tun. Gebirge wie die Anden, die als Barriere für zonale Winde wirken erzeugen in ihrem Luvbereich einen Stau von feuchter Luft, die sich abregnet und im Leebereich Niederschlagsschatten. Dies ist ein Grund für die Trockenheit im Patagonischen Tiefland, bzw. der Atacama-Wüste.

Jährliche gemittelte Niederschalgsmenge über den Ozeanen

Gemittelte Niederschlagsmenge in mm pro Quadratmeter. Die höchsten Niederschlagsmengen findet man in einem engen Gürtel entlag des Äquators (intertropische Konvergenzzone). Weitere Maxima iegen dort, wo warme Meeresströmungen in hohe Breiten strömen und zu Wolkenbildung führen wie vor Japan (Kuroshio-Strom) vor der Ostküste der USA (Golfstrom)und vor Brasilien. Die Klimadaten entstammen DaSilva's online Atlas of Surface Marine Data (DaSilva, A. M., C. C. Young and S. Levitus, 1994. Atlas of surface marine data 1994), die Karte wurde mit dem Programmpaket GRADS (grid analysis and display system) erzeugt.

Die Verdunstung hat natürlich etwas mit der eingestrahlten Energiemenge auf der Erdoberfläche zu tun, ist also prinzipiell in niedrigen Breiten hoch und nimmt zu hohen Breiten hin ab. Ein zweiter Faktor ist jedoch die Wolkenbedeckung infolge der Verteilung von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Die Tiefdruckzone der Tropen bewirkt dass die Verdunstung in den Tropen geringer als in den Subtropen zwischen 20 und 30° N bzw. S ist. Auch hier spielen Meeresströmungen eine Rolle.

Jährliche mittlere Rate der Verdunstung über den Ozeanen

Globale Verdunstungsraten in mm pro Quadratmeter. Die Maxima der Verdunstung liegen in den Subtropen. Warme Meeresströmungen, die in Regionen mit kalter Luft strömen bewirken eine hohe Verdunstung, kalte Strömungen wie vor der Westküste von Südamerika (Humboldstrom) oder vor Namibia (Benguelastrom) reduzieren die Verdunstungsraten. Die Klimadaten entstammen DaSilva's online Atlas of Surface Marine Data, (DaSilva, A. M., C. C. Young and S. Levitus, 1994. Atlas of surface marine data 1994), die Karte wurde mit dem Programmpaket GRADS (grid analysis and display system) erzeugt.

Niederschlag minus Verdunstung in mm pro Quadratmeter. Die Subtraktion der Verdunstungswerte von den Niederschlagsmengen zeigt die Regionen in denen Meerwasser aufkonzentriert wird und in denen Meerwasser verdünnt wird (im Verhältnis zu einem "normalen" Seewasser). Die Subtropen erweisen sich als Regionen mit einem Wasserverlust an der Oberfläche. Die Klimadaten entstammen DaSilva's online Atlas of Surface Marine Data, (DaSilva, A. M., C. C. Young and S. Levitus, 1994. Atlas of surface marine data 1994), die Karte wurde mit dem Programmpaket GRADS (grid analysis and display system) erzeugt.

Die Differenz von Niederschlag und Verdunstung ist die Hauptursache für die Aufprägung charakteristischer Salinitäten an der Oberfläche der Ozeane. Abweichungen zwischen den Mustern der Salinität und dieser Darstellung gehen auf den Einfluss von Nebenmeeren (siehe Kapitel Konzentrationsbecken und Verdünnungsbecken) und den Eintrag von Süßwasser durch Flüsse oder Gletschereis zurück.