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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Heinrich-events

Autor: Dr. David Voelker

Scharf begrenzte Lagen von eistransportiertem Material, die sich in Tiefseea-Ablagerungen über den gesamten Nordatlantik verfolgen lassen, weisen auf außergewöhnliche Dynamik der Eisschilde von Grönland und Nordamerika während kurzer Zeitabschnitte hin.

Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!H. HeinrichHeinrich, H. (1988). Origin & consequences of cyclic ice-rafting in the NE Atlantic Ocean. Quat. Res. 29, 142-152 fand 1988 in Bohrkernen aus dem Nordatlantik Lagen von dropstones die vom Kanadischen Schild stammen. Diese insgesamt 6 "Geröll-Lagen" sind scharf begrenzt und lassen sich in Kernen aus dem gesamten Nordatlantik wiederfinden. Wenn man die Gesteinsmengen über die Fläche aufsummiert, müssen in Abständen von ca. 10000 Jahren, während relativ kurzer Perioden riesige Flotten von Eisbergen produziert worden sein, die dann abtrieben, abschmolzen und ihre Gesteinsfracht abwarfen. Dies sind die Heinrich-events.

Eine gängige Erklärung für diese im geologischen Sinne sehr kurzfristiges Ereignisse besteht darin, daß die kanadische Eiskappe periodisch instabil wurde und in diesen regelmäßigen Abständen zu großen Teilen auseinanderbrach. Ein Grund könnte darin bestehen, daß die Eiskappe als Isolator der Erdwärme wirkt und so ab einer bestimmten Eismächtigkeit und -alter die Basis der Eiskappe in einer Weise plastisch zu fließen beginnt, die den Schild zum Zerbrechen brachte. Die Folge davon wäre das massenhafte Kalben von Gletschern.

Denkaufgabe: Was könnten Heinrich-events im Nordatlantik für einen Einfluß auf die thermohaline Zirkulation der Ozeane haben?

Zum Thema Heinrich-Events bietet das National Geophysical Data Center der USA, Abteilung Paleoclimatology eine online-Diashow an