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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Eistransportiertes Material (IRD)

Autor: Dr. David Voelker

Der wesentliche Prozeß, der Gesteinsmaterial von den Kontinenten in die Tiefsee bringt, ohne eine Sortierung nach Partikelgröße zu bewirken ist der Transport eingeschlossen in Eis. Sowohl Eis von kalbenden Gletschern als auch Schelfeis kann Gesteinsfragmente verschiedener Größe einschließen und z.B. in mittlere Breitengrade transportieren.

Wenn in hohen Breiten in allgemein feinkörnigen Tiefseesedimente einzelne erratische Steine aufgefunden werden, kann es sich eigentlich nur um eistransportiertes Material (oder Meteoriten) handeln.Der Oberbegriff für dieses Material lautet IRD (ice-rafted material) Solche Steine werden auch dropstones genannt, weil sie beim Abtauen des Eisbergs einzeln "abgeworfen" werden. Rezent liegt die südlichste Breite, in die Eisberge im Nordatlantik vordringen etwa bei 48°N (die tägliche Lage kann z.B. bei der US-coast-guard oder beim Dänischen Zentrum für Fernerkundung abgefragt werden). Rund um die Antarktis findet man dropstones bis in eine Breite von 40°S, also sehr viel weiter nördlich als heute Eisberge angetroffen werden. Während der letzten Eiszeit trieben Eisberge offenbar bis auf die Breite von Portugal. Wenn in Sedimenten in niedrigeren Breiten Abschnitte nachgewiesen werden, die reich an IRD sind, ist das ein Hinweis auf eine möglicherweise klimatisch bedingte Verschiebung dieser Grenze in Richtung Äquator.

Verbreitung von Eisbergen am 09. August 2000 im Nordatlantik

Das Massenhafte Auftreten von IRD in bestimmten Horizonten von Sedimenten im Nordatlantik wird auf die plötzliche Freisetzung gewaltiger Massen von Eisbergen zurück geführt. Diese Ereignisse werden nach ihrem Entdecker Heinrich-Events genannt.