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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Kaltwasser-Riffe

Autor: Dr. David Voelker

Neben den relativ gut bekannten Flachwasser-Riffen der tropischen und subtropischen Meere gibt es Riffbildungen auch in lichtlosen Kaltwasser-Regionen. Rezente Beispiele sind z.B. vom Kontinentlahang von Norwegen und dem Golf von Kalifornien bekannt

Bei den Riffen am Kontinentalhang von Norwegen handelt es sich sowohl um buildups als auch reef mounds, die im wesentlichen von skleractinen Korallen (Lophelia pertusa and Madrepora oculata) gebildet werden. Am Sula-Rücken am Mittelnorwegischen Schelf wurde z.B. ein Lophelia-Riff in etwa 300 m Tiefe vermessen und zeigte eine Größe von 13 km Länge, 300 m Breite und bis 35 m Höhe (xx). Diese Korallentypen leben nicht in Symbiose mit Zooxanthellen, unter den Lichtbedingungen ist keine Photosynthese mehr möglich, daher wurden lange Zeit extrem langsame Wachstumsraten angenommen, jedoch scheinen einige der Riffe sich daran nicht halten zu wollen. Solitäre Korallen (Desmophyllum cristagalli) wachsen ebenfalls unter diesen Bedingungen. In den Kaltzeiten des Pleistozän waren derartige Tiefsee-Korallenbänke auch im Mittelmeer verbreitet und finden sich heute in Wassertiefen > 300m an Flanken von untersseischen Canyons und Tiefseekuppen. Zum Thema Kaltwasser-Riffe existiert ein online-Artikel mit vielen Literatur-Hinweisen von Andre Freiwaldt von der Universität Tübingen.