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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Karten und Projektionen

Autor: Dr. David Voelker

Bathymetrische Karten sind ein wesentliches Werkzeug für Meeresgeologen, weil die Gestalt des Meeresbodens viel über die herrschenden Prozesse verrät, sowohl in Bezug auf endogene Prozesse (Plattentektonik) als auch auf exogene Prozesse (Ablagerung und Erosion). Zweitens aber beeinflusst die Gestalt des Meeresbodens die Ablagerung von Sedimenten, beispielsweise durch Schwellen, die einen Tiefenwasseraustausch behindern.

Um Atlanten und Karten sinnvoll lesen zu können, sollte man eine Ahnung von den verschiedenen Möglichkeiten haben, die es gibt um ein prinzipiell rundes Ding wie die Erde in eine zweidimensionale Karte "flachzupressen". Für bestimmte Zwecke ist es mindestens unzweckmässig bestimmte Projektionen zu verwenden, Polargebiete können zum Beispiel nicht in Mercatorprojektion gezeigt werden. Beim Übergang von 3 zu 2 Dimensionen gehen immer Informationen verloren. Die verschiedenen, einander ausschliessenden Kriterien, nach denen Karten erzeugt werden lauten :

Definitionen übernommen aus dem online-Lexikon des Fachbereichs Geoinformatik der Universität Rostock. Mehr zu verschiedenen Projektionen finden Sie auf der Seite von Hans Havlicek (Technische Universität Wien).

Die wohl am häufigsten verwendete Projektion ist die Mercatorprojektion. Diese Art der Darstellung wurde 1568 durch den Flämischen Mathematiker Gerhardus Mercator entwickelt. Die besondere Eigenschaft der Mercatorprojektion besteht darin, dass ein Kurs mit konstanter Kompassrichtung als gerade Linie erscheint. Damit wurde einem Bedürfnis der gerade expandierenden Seeschiffahrt der damaligen Zeit entsprochen, denn es kam zunehmend darauf an, von der Küste weg über grosse Distanzen über die Ozeane zu segeln. Mit Karten in der Mercatorprojektion konnte sehr schnell abgeschätzt werden, wo man wieder auf Land stösst, wenn man von einem bekannten Ausgangspunkt in einen bestimmten Kurs in See sticht. Mathematisch wird das dadurch erreicht, dass die Abstände zwischen den Längengraden (die ja polwärts abnehmen) so gestreckt werden, dass die Linien parallel liegen. Die vertikalen Entfernungen werden um den gleichen Betrag gestreckt (Zu den Polen hin immer mehr). In einer Mercatorprojection erscheinen daher die Längengrade als gerade Linien mit gleichem Abstand zueinander. Die Breitengrade sind ebenfalls gerade Linien, deren Abstand aber in Richtung auf die Pole zunimmt.

Karte der Küste von Südchile: Mercatorprojektion mit Küstenlinie & Flüssen sowie eingetragenen Punkten, Linien, Symbolen und Texten. Die Linien stammen aus einer Datei mit Koordinaten von Plattengrenzen und Bruchzonen

Karte der Arktis: flächentreue Azimuthalprojektion nach Lambert.