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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Konturite und Driftsedimente

Autor: Dr. David Voelker

Konturite (oder Driftsedimente) sind Ablagerungsformen in der Tiefsee, die vor allem auf den Transport feinkörniger Sedimente in der Bodenwasserschicht zurückgehen. Sie sind häufig mit welligen Bodenformen, sogenannten Sedimentwellen oder mudwaves assoziiert

Sedimentrücken in der Tiefsee, die durch die Ablagerung überwiegend feinkörniger Sedimente gebildet werden, die mit einer Bodenwasserströmung transportiert wurden, werden als Konturite bezeichnet. Der Name stammt von der frühen Beobachtung (Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Heezen et al., 1966Heezen, B. C., Hollister, C. D., & Ruddiman, W. F. (1966). Shaping of the continental rise by deep geostrophic currents. Science, 152, 502-508.), daß diese Strukturen häufig unterhalb der Achse von Konturströmungen verlaufen, d.h. parallel zu der Kontur der Kontinentalränder, da der ansteigende Kontinentalrand die partikelbeladenen Bodenwasserströmungen führt (z.B. Western Boundary Undercurrent am Kontinentalrand der Ostküste von Nordamerika). Konturite können sehr große Strukturen in der Tiefsee bilden (giant drifts), so z.B. der Feni-drift, der sich im Nordatlantik von der Tiefsee südlich Islands bis auf die Breite von New York über mehrer 100 km erstreckt, oder der Zapiola-Drift im Argentinienbecken, der auf einer Isopachenkarte deutlich auffällt. Bei einer Breite von mehreren 10 oder 100 km und einer Mächtigkeit von 100-2000 m können derartige giant drifts gewaltige Mengen an Sediment inkorporieren, bilden jedoch morphologisch keine sehr auffälligen Strukturen. Ein großer Teil der Sedimente stammt vermutlich daher, daß die feinkörnige Fraktion von Sedimenten, die den Kontinentalhang herunterkommen von der Konturströmung aufgenommen und mitgeführt wird.

Verschiedene Typen von Konturiten, die sich aufgrund ihrer Morphologie und sedimentzusammensetzung unterscheiden werden von Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Faugeres et al. (1992)Faugeres, J.-C., Mezerais, M. L., & Stow, D. A. V. (1992). Contourite drift types and their distribution in the North and South Atlantic Ocean basins. Sedimentary Geology, 82, 189-203. beschrieben. Ein gemeinsames Merkmal ist die feinkörnige und sehr homogene Zusammensetzung der Sedimente, da nur ein eng begrenztes Korngrößenspektrum von Sedimenten von moderaten Bodenwasserströmungen weit verfrachtet werden kann. Die homogene Zusammensetzung äußert sich auch in einer aüffälligen akustischen Transparenz, d.h. aufgrund geringer Materialunterschiede sind kaum interne seismische Reflektoren erkennbar (z.B. Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Mariani et al. 1993Mariani, M., Argnani, A., Roveri, M., & Trincardi, F. (1993). Sediment drifts and erosional surfaces in the central Mediterrenean: seismic evidence of bottom-current activity. Sedimentary Geology, 82, 207-220.)

Ein auffälliges Merkmal von Driftsedimenten sind Sedimentwellen (mudwaves), sinusförmige dünenartige Strukturen von mehreren km Wellenlänge und einigen 10 m Wellenhöhe. Die Entstehung von Sedimentwellen ist nicht völlig klar, jedoch scheint es so zu sein, daß Hindernisse im Wege einer partikelführenden Bodenwasserströmung diese Wellenbildung erzeugen. Es gibt mehrere Arbeiten, die versuchen, aus der Wellenlänge und Wellenausrichtung von Sedimentwellen auf zeitliche Veränderungen von mittlerer Strömungsgeschwindigkeit und -richtung zu schließen (z.B Dieses Bild signalisiert einen Literaturhinweis!Manley & Flood, 1993Manley, P.L. and R.D. Flood (1993). Project MUDWAVES, Deep-Sea Research. II, v. 40, p.851-857).