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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Konzentrationsbecken

Autor: Dr. David Voelker

Als Konzentrationsbecken werden Nebenmeere mit reduziertem Austausch mit den großen Ozeanen bezeichnet, bei denen die Verdunstung an der Oberfläche (Evaporation) die Frischwasserzufuhr durch Niederschläge und Eintrag durch die Flüsse übersteigt. Die negative Bilanz wird durch einen Zustrom aus dem offenen Meer ausgeglichen. Durch die Aufkonzentration findet eine vertikale Durchmischung statt, die Zirkulation wird überwiegend durch thermohaline Prozesse gesteuert.

Wenn es sich wie beim Mittelmeer um ein weitgehend geschlossenes Becken handelt, kann eine Differenzierung im Salzgehalt der Oberflächenwässer festgestellt werden. Insgesamt ist die Salinität gegenüber dem offenen Ozean erhöht, die Salzkonzentration variiert mit dem Verhältnis von Verdunstungsrate/Niederschlagsrate und der Entfernung von Zugängen zum offenen Meer und Flußmündungen. Das Mittelmeer ist ein gutes Beispiel.

Salinität der Oberflächenwassermassen im Mittelmeer (jährliche Mittelwerte). Die salinität nimmt prinzipiell nach Osten zu, also mit zunehmender Entfernung von der Straße von Gibraltar, über die ein oberflächlicher Zufluß aus dem Atlantik besteht. Daten aus Levitus et al (1994), World Ocean Atlas.

Der Anstieg der Salinität geht mit einem Dichteanstieg einher, letztlich zum Absinken (downwelling) eines Teils des Oberflächenwassers. Das dichtere Wasser füllt die tiefen Becken des Mittelmeeres und tritt letztlich über die Schwelle von Gibraltar in den Atlantik aus. Da weiterhin an der Oberfläche Wasser aus dem Atlantik einströmt, resultiert eine beständige Umwälzung des Tiefenwassers im Mittelmeer. Im Atlantik ist die salzreiche, charakteristische Zunge von "Mediterranean Sea Water" auf Profilen der Salinität gut zu erkennen. Nach Messungen (Bryden et al., 1994) und Berechnungen (Ocean Circulation and Climate Advanced Modelling Project, OCCAM) beträgt der Ausfluss aus dem Mittelmeer 0.68 bzw. 0.61 Sverdrup (1Sv = 106m3s-1). Das ist bedeutend mehr als der Zufluss aller Flüsse, die in den Atlantik münden.

Tiefenprofil der Salinität entlang eines Schnitts über den Atlantik bei etwa 36°N (WOCE-Profil A03, kleine Abbildung). Im Profil ist die charakteristische Zunge von Wasser, welche aus dem Mittelmeer in den Atlantik dringt (Mediterranean Outflow) durch eine Zone hoher Salinität zwischen 25°W und 08°W die sich unter eine Wassermasse geringerer Salinität einschichtet gut zu erkennen. Grafik aus der Abbildungsgalerie des eWOCE-Atlas von R. Schlitzer (AWI Bremerhaven). Mit dem eWOCE - Atlas können Daten des World Ocean Circulation Programs (WOCE) schnell und vielseitig zu Grafiken aufgearbeitet werden.