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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Schelfgebiete und Meerespiegelschwankungen

Autor: Dr. David Voelker

Der Flächenanteil der Schelfe und Randmeere an der gesamten Meeresoberfläche hängt stark von den Meeresspiegelschwankungen ab. Da viele Schelfe mit ihrer Tiefenlage innerhalb der Schwankungsbreite des Meeresspiegels liegen, können Variationen riesige Regionen trockenlegen oder in Flachmeere verwandeln. Eine Folge des Trockenfallens der Schelfe ist, daß die in Schelfen gespeicherten Sedimente durch atmosphärische Erosion abgeräumt und leichter in die Tiefsee gelangen können.

Mit der Methode der Sauerstoff-Isotopen kann belegt werden, daß der Meeresspiegel während des letzten glazialen Maximum (lgm, 18.000y bp) etwa 120 m-130 m tiefer lag als rezent. Ein anderer Hinweis sind erosiv eingeschnittene Täler auf vielen Schelfen, die als Verlängerung von heutigen Flußsystemen bis an die Schelfkante reichen und in submarine canyons münden. Seitdem hat ein - geologisch gesehen - dramatisch schneller Anstieg der Ozeane durch das Abtauen der im Gletschereis festgehaltenen Eismassen stattgefunden. Es sind immer noch gewaltige Wasermassen in den Eisschilden der Antarktis und Grönland, sowie der Arktis gebunden. Mit einem Volumen von geschätzten 29*106 km2 sind das etwa 2% des Ozeanvolumens (1350*106 km2). Ein komplettes Abschmelzen der Polkappen müßte theoretisch, d.h. wenn ansonsten keine Veränderungen des Volumens der Ozeanbecken zu berücksichtigen wären, einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels um etwa 70 m bewirken.

Die Auswirkungen von Meeresspiegelschwankungen auf die Verteilung von Land und Meer und auf die relative Größe der Schelfgebiete am Beispiel von Europa: Lage der Küsten Europas zwischen der hypothetische Lage der Küsten Europas bei einem Stand des Meeresspiegels von -130 m und einem Anstieg des Meeresspiegels um 70 m. Der Wert von -130 m wird für das letzte Glaziale Maximum (LGM ~18000 ybp) angenommen. Ein Ansteig von 70 m entspricht dem Abschmelzen der Eiskappen der Erde.

Einige meeresgeologischen Auswirkungen wären: