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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Mittelozeanische Rücken

Autor: Dr. David Voelker

Mittelozeanische Rücken sind unterseeische Gebirgsketten, die entlang der divergenten Plattengrenzen im Ozean verlaufen.

Die Mittelozeanischen Rücken sind aktive divergente Plattenränder, an deren Zentralbereich beständig neue ozeanische Kruste durch Aufstieg und Ausfließen von Schmelzen gebildet wird. Mittelozeanische Rücken bilden eine insgesamt etwa 65.000 km langen "Naht" von untermeerischen Gebirgskette. Der zentrale Bereich dieser Gebirgskette liegt etwa in 2500 m Wassertiefe, damit ragt sie etwa 1500 bis 2500 m über die sie umgebenden Tiefsee-Ebenen. Der Grund für diese Hochlage ist die relativ geringe Dichte der neu gebildeten ozeanischen Kruste (siehe Kapitel zur Sclater-Kurve). Der Mittelozeanische Rücken hat dabei eine Breite von etwa 3000 km. Mittelozeanische Rücken sind in ihrem Querschnitt nahezu spiegelsymmetrisch, d.h. sie wachsen in der Regel gleichmässig zu beiden Seiten. Rücken mit hohen Spreizungsraten (wie der Südpazifische Rücken) unterscheiden sich in ihrer Gestalt von langsam spreizenden Rücken (wie dem Mittelatlantischen Rücken, siehe auch Kapitel Spreizungsraten). Langsam spreizende Rücken zeigen häufig bathymetrisch rauhe Flanken während schnell spreizende Rücken sehr viel "glatter" erscheinen (Small, 2000). Eine häufige Erscheinung von Rücken mit mittleren Spreizungsraten (wie dem Mittelatlantischen Rücken) ist eine zentrale Einsenkung, die mehrere 1000 m tief sein kann. Die Rückenachse ist an Transformstörungen (Fracture Zones) versetzt.

Wenn man eine über alle Spreizungszonen gemittelte Spreizungsrate von 3 cm/y zugrunde legt, entsteht etwa 20 km2 neuer Meeresboden der pro Jahr. Der Magmatismus an Mittelozeanischen Rücken ist in seinen chemischen Eigenschaften relativ gleichartig, die produzierten Basalte werden als Mid-ocean-ridge basalts (MORBS) bezeichnet. Es handelt sich um überwiegend tholeiitische Basaltschmelzen mit einem SiO2-Gehalt um 50% (Jacobshagen et al., 2000).