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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Bohrprogramm ODP

Autor: Dr. David Voelker

Das DSDP/ODP/IODP-Projekt ist das bisher längste, finanziell umfangreichste und wissenschaftlich erfolgreichste internationale Forschungsprogramm weltweit und hat - was die Geowissenschaften angeht in den letzen 40 Jahren viele entscheidende Impulse gebracht.

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DSDP steht für Deep Sea Drilling Project und war ein zunächst überwiegend US-Amerikanisch gelenktes und finanziertes Projekt, mit dem Ziel, Fragen zu Plattentektonik, Klimageschichte, Paleozeanografie und Meeresgeologie durch das Erbohren von Gesteinsproben am Ozeanboden zu klären. Die GLOMAR CHALLANGER war damals das erste und lange Zeit das einzige Schiff, das in der Lage war, Bohrungen in Gesteinen der Tiefsee vorzunehmen. Da diese Ablagerungen in der einen oder anderen Form Informationen über die Umweltbedingungen der Zeit, in der sie abgelagert wurden festhalten (z.B. Informationen über Klimaschwankungen durch Faunenveränderungen der Mikroalgen, die als Schalenfragmente in den Sedimenten erhalten sind (siehe Abschnitt zu Klima und Ozean), können sie als Archiv benutzt werden, in dem diese Veränderungen aufgezeichnet wurden. Die Aufgabe, von einem Schiff aus z.B. in einer Wassertiefe von 4000 m ein Loch von 1000 m tiefe in die Sedimente zu bohren, erfordert besondere technische Anforderungen an Bohrtechnik, Schiffsnavigation etc. Von daher hatte das Programm auch immer die Komponente der technischen Weiterentwicklung der Bohrverfahren. Das Programm lief 1984 aus und wurde ab 1985 als...

...present...

...ODP (Ocean Drilling Program) weiter geführt, diesmal mit stärkerer internationaler Beteiligung und Finanzierung. Ein neues Schiff mit variableren und besseren Bohrtechniken, die JOIDES RESOLUTION, mit z.B. der Möglichkeit, die Bohrlöcher am Meeresboden zu verschliessen und später wieder aufzufinden, sowie high-tech-Laboren wurde in Dienst gestellt. Das Programm lief und läuft sehr erfolgreich mit durchschnittlich 6 wiss. Expeditionen/Jahr irgendwo auf den Weltmeeren quasi rund um die Uhr. Die wissenschaftlichen Ziele und dementsprechend Zielvorgaben für das Gebiet werden lange vor dem Auslaufen durch ein Auswahlverfahren festgelegt, welches die Bohrvorschläge, die von Seiten der Wissenschaft kommen begutachtet, bewertet und annimmt oder ablehnt. Seit 1985 wurden so > 160.000 Kernmeter Proben erbohrt, die in Kernlagern für spätere Untersuchungen offen stehen, aufbewahrt und archiviert werden. Ein Kernlager ist im Hafen von Bremen eingerichtet worden. Das Programm läuft aus und wird ab 2003 als ...

...and future

...IODP (Integrated Ocean Drilling Project) weitergeführt. Die Kosten werden diesmal vor allem von Japan und den USA getragen, speziell hat die Japanische Regierung bzw, das JAMSTEC (Japan marine science & technology center, ) den Bau und die Ausrüstung eines neuen Forschungsschiffs übernommen (die CHIKYU, Stapellauf Januar 2002). Die wissenschaftliche Zielsetzung ist in näherer Zukunft stark Japan-orientiert, es geht im wesentlichen um Erforschung der Subduktionszonen vor der Küste von Japan, in denen Erdbeben generiert werden und wo vermutlich hohe Porenfluiddrücke herrschen. In solchen Gebieten zu bohren unterstellt wegen der Drücke besondere Techniken, die mit dem neuen Schiff zur Verfügung stehen sollen. Daneben sollen auch andere kleinere Schiffe betrieben werden, deren Ausrüstung von der EU finanziert werden soll. Zu den weiteren Zielsetzungen schauen Sie mal unter: http://www.iodp.org/brochure/german.html

Das Riser-Bohrschiffs OD21 soll in der Lage sein bis 7000 m in den Meeresboden zu bohren, und verfügt über die sog. Riser-Technik, bei der das Bohrgestänge in einer geschlossenen Röhre läuft, so, daß das Ausbrechen von Flüssigkeit unter Druck vermieden werden kann.