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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Sedimentproduzierende Organismen

Autor: Dr. David Voelker

Für die Bildung von Hartteilen, die als biogene Partikel einen großen Anteil an marinen Sedimenten haben sind verschiedene Gruppen von Tieren und Algen verantwortlich. Der größte Teil der biogenen Sedimente im offenen Ozean wird in der photischen Zone von wenigen Gruppen von Mikroorganismen gebildet.

Die unten aufgeführten Mikroorganismen entstammen -bis auf die Pteropoden- dem Reich der Protista. Es sind Einzeller die entweder Photosynthese betreiben (insofern auch einzellige Algen oder Phytoplankton genannt werden) wie Coccolithophoriden oder Diatomeen (Kieselalgen) oder Nährstoffe aus der Umgebung aufnehmen (insofern Zooplankton genannt werden) wie Foraminiferen. Die Einteilung in "Planzen" bzw. Phytoplankton und "Tiere" bzw. Zooplankton ist teilweise unscharf, da einige Arten in Symbiose mit photosynthetischen Zooxantellen leben.

Relevante Organismengruppen für die Bildung von biogenen Sedimenten

Foraminiferen

Reich: Protista
Stamm: Sarcodina
Die planktonischen Foraminiferen gehören allesamt zur Überfamilie der Globigerinen (daher werden Foraminiferenablagerungen Globigerinenschlamm genannt). Die schneckenartigen Gehäuse der Globigerinen bestehen aus Kalzit.
Durchmesser: 50-200 mm, Nummuliten bis 2000 mm
Bildquelle: Ernst Haeckel: Kunstformen der Natur, 1899-1904. HTML-Version herausgegeben von Kurt Stüber, 1999
Abbildung Foraminiferen

Coccolithophoriden

Reich: Protista
Stamm: Chrysophyta oder Goldalgen (umstritten)
Die Schalen bestehen aus einzelnen "Panzerplatten" den Coccolithen aus Kalzit. Die Ablagerungen sind die Kreideschlämme. Die bekannteste Art ist Emiliana Huxleyi Durchmesser: 5-20 mm (kalkiges Nannoplankton)
Bildquelle: REM-Labor der Uni Basel
Abbildung Coccolithophoriden

Radiolarien

Reich: Protista
Stamm: Sarcodina
Die Schalen aus Opal fallen durch ihre "kunstvoll" durchbrochene Form und ihre Stacheln auf. Die Stacheln dienen dazu im Wasser zu schweben. Tropische Arten haben mehr und feinere Stacheln als Kaltwasserarten, da warmes Wasser eine geringere Viskosität aufweist.
Bildquelle: Ernst Haeckel, Kunstformen der Natur, 1899-1904. HTML-Version herausgegeben von Kurt Stüber, 1999
Abbildung Radiolarien

Diatomeen

Reich: Protista
Stamm: Chrysophyta oder Goldalgen (botanik online der Uni Hamburg).
Verbreitet in Süßwasser und im Meer, die meisten Arten leben planktisch. Die Gehäuse (Frusteln) bestehen aus zwei Hälften, die wie "Camembert-Schachtel" ineinander passen. Sie bestehen aus Opal.
Durchmesser:
Diatomeenschlämme (medizinisch bekannt als Kieselgur) kommen vor allem im Bereich der Polarfrontzone des Südozeans vor ("diatomaceous ooze belt"), sowie in den Auftriebsgebieten der Ozeane.
Abbildung Diatomee

Pteropoden

Stamm: Mollusken
Pteropoden oder Flügelschnecken sind planktonische Gastropoden (Schnecken), deren Gehäuse aus Aragonit besteht. Aragonit hat in Seewasser eine höhere Löslichkeit als Kalzit. Da die Löslichkeit außerdem mit der Wassertiefe zunimmt und mit steigender Wassertemperatur und Salzgehalt abnimmt (siehe: CCD und ACD), werden die Gehäuse nur in flachen warmen Meeren erhalten.
Durchmesser: 1-2 mm
Bildquelle: Institut für Polarökologie der Universität Kiel
Abbildung Pteropode

In Flachmeeren, in denen besiedelbarer Grund im Bereich der photischen Zone liegt, kommen benthische vagile und sessile Tiergruppen und Algen als wichtige Sedimentproduzenten hinzu. Dies trifft vor allen auf Riffgemeinschaften zu.