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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Aufbau der Ozeankruste

Autor: Dr. David Voelker

Der Ozeanboden besteht aus fester Kruste magmatischen Ursprungs. Auf dieser Kruste liegt eine Schicht von Sedimenten, die im Mittel nur wenige 100 m mächtig ist.

Der Aufbau der ozeanischen Kruste ist im Unterschied zu der Kontinentalen Kruste weltweit relativ gleichartig. Aus diesem Grund ist die Tiefenlage der Ozeanböden weniger von der Materialzusammensetzung, sondern in erster Linie vom Alter der Kruste abhängig (siehe: Sclater Beziehung). Ausnahmen sind Bereiche verdickter ozeanischer Kruste als Ergebnis außergewöhnlich hoher vulkanischer Aktivität (sogenannte Large Igneous Provinces).

Die Sedimentschicht, die den Ozeanboden bedeckt wird als Schicht 1 bezeichnet. Ihre Mächtigkeit hängt von der Rate der Produktion mariner Sedimente in dieser Region ab (damit von der biologischen Fertilität, dem Sedimenteintrag durch Flüsse, durch Wind und durch Gletscher etc.) und der Dauer der Sedimentation (damit von dem Alter der ozeanischen Kruste) ab (siehe dazu: Karten der Sedimentmächtigkeiten). Im Mittel beträgt die Mächtigkeit der Schicht 1 400 m, sie kann mehrere 1000 m erreichen. Neu gebildeter ozeanischer Kruste an den Mittelozeanischen Rücken ist natürlich zunächst frei von Sedimenten.

Unter der Sedimentdecke liegt die Schicht 2. Sie ist in den obersten etwa 2 Kilometern aus Pillow-Laven aufgebaut. In größerer Tiefe trifft man vertikal stehende, einander durchdringende Basaltgänge (sheeted dykes). Diese reichen bis zu 4 km Tiefe. Unter der Schicht 2 folgt ein Gabbro-Stockwerk, welches bis zum Übergang von Kruste zu Mantel (der Mohorovicic-Diskontinuität oder Moho) in etwa 6-10 km Tiefe reicht.

Bei der Schliessung alter Ozeane können Relikte des Ozeanbodens an Kontinente angegliedert werden. Findet man die oben beschriebene Abfolge von marinen Sedimenten, Pillowlaven und sheeted dykes an Land, spricht man von Ophioliten.