Flashplayer downloaden? Logo Meeresgeologie Online ... zur Startseite
Schrift kleiner | grösser 

Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Die Temperaturverteilung der Ozeane mit der Tiefe

Autor: Dr. David Voelker

Der Ozean wird an seiner Oberfläche durch die Sonne erwärmt. Da die Erwärmung eine Dichteverringerung bewirkt, liegt in mittleren und niedrigen Breiten eine gut durchmischte, warme Wasserschicht als "Deckel" über der kalten Masse der tieferen Schichten.

Nur die "Haut" der Ozeane wird in mittleren und niedrigen Breiten effektiv durch die Sonne aufgeheizt. Diese Wärme verteilt sich dem obersten Bereich der winddurchmischen Zone der Ozeane, die Durchmischung transportiert Wärme nach unten. Ab einer Tiefe von einigen 10-100 m nimmt die Temperatur rasch ab (siehe Abbildung unten). Diese Gradientenzone wird als Thermokline oder Sprungschicht bezeichnet. Sie markiert den Übergang der sonnenbeeinflussten und winddurchmischen Zone zu den tiefen stillen Wassermassen. Die Bereiche unterhalb der Thermokline, d.h. der bei weitem grässte Teil des Volumens der Ozeane (500 m gegenüber einer mittleren Wassertiefe von 3800 m!) ist kalt (um 3°C). Die geringe Temperatur der tiefen Bereiche der Ozeane beruht darauf, dass die tiefen Wassermassen der Ozeane in hohen Breiten gebildet werden (siehe auch: Förderband Ozean und thermohaline Zirkulation)

W-E-Temperaturprofil durch den Atlantik

W-E-Temperaturprofil durch den Atlantik von Neuengland nach Spanien. Grafik aus der Abbildungsgalerie des eWOCE-Atlas von R. Schlitzer (AWI Bremerhaven). Mit dem eWOCE - Atlas kännen Daten des World Ocean Circulation Programs (WOCE) schnell und vielseitig zu Grafiken aufgearbeitet werden.

Die stabile vertikale Schichtung, die durch die Erwärmung an der Meeresoberfläche erzeugt wird verhindert sehr effektiv eine vertikale Durchmischung der Ozeane. Diese Schichtung ist dort am stabilsten, wo die Erwärmung an der Oberfläche maximal ist (Tropen). Andererseits ist sie dort am labilsten, der Temperaturunterschide zu den Oberflächenwässern am geringsten ins (in den Polargebieten). Der N-S-Schnitt durch den Atlantik zeigt die deutliche Thermokline in den niedrigen und hohen Breiten und die sehr viel geringeren Gradienten in hohen Breiten.

N-S-Temperaturprofil durch den Atlantik

N-S-Temperaturprofil durch den Atlantik von Island in die Weddellsee (Antarktis). Grafik aus der Abbildungsgalerie des eWOCE-Atlas von R. Schlitzer (AWI Bremerhaven). Mit dem eWOCE - Atlas kännen Daten des World Ocean Circulation Programs (WOCE) schnell und vielseitig zu Grafiken aufgearbeitet werden.

Tiefenkurven der Temperatur zeigen dasselbe:

Typische Temperatur-Tiefenprofile über den Wasserkörper in verschiedenen klimatischen Zonen. Abbild aus Tomczak & Godfrey. Regional Oceanography: an Introduction