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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Seeeis

Autor: Dr. David Voelker

Die Bildung von See-Eis, die Größe und Dynamik der von See-Eis bedeckten Fläche spielen eine wichtige Rolle im Wirkungszusammenhang des Erdklimas

See-Eis bildet sich in Polargebieten an der Meeresoberfläche aus Meerwasser. Die Bildung ist ein Entmischungsprozess, bei dem das Salz aus dem Kristallgitter entfernt wird, das Endergebnis ist Süßwasser-Eis.

Pfannkucheneis in der Bellinghausensee, Antarktis

Seeeis (sogenanntes Pfannkucheneis) in der Bellingshausen-See vor der Antarktis.

Eisberge werden von kalbenden Gletschern ins Meer entlassen und stammen letzlich aus Niederschlägen über Land (gepresster Schnee). Im Unterschied zu diesen ist Meereis eher dünn, kann aber große Flächen bedecken. Dies macht die Klimawirksamkeit von See-Eis in zwei Belangen aus:

  1. verändert die Eisbedeckung das Rückstrahlverhalten der Flächen in Bezug auf das Sonnenlicht (Albedo). Bei einer Eisbedeckung großer Flächen kann die Gesamtmenge der von der Sonne empfangenen Energie (die Strahlungsbilanz der Erde) so verändert werden dass dies Folgen für das globale Klima hat. Dies ist übrigens ein gutes Beispiel für einen sich selbst verstärkenden Prozess: die Größe der Eisbedeckung verändert die Strahlungsbilanz in einer weise, die das weitere Wachsen der Eisbedeckung begünstigt.
  2. wirkt die dünne Eisschicht als Isolator und verringert den Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre. In der Regel verhindert dies eine Abgabe der im Wasser gespeicherten Energie an die kältere Umgebung und blockiert damit einen Teil des Wärmetransports von niedigen in hohe Breiten.