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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Auftriebsgebiete

Autor: Dr. David Voelker

Auftriebsgebiete sind ozeanische Regionen, in denen Tiefenwasser an die Wasseroberfläche tritt. Mit diesem Auftrieb (upwelling) werden Nährstoffe, die durch die biologische Pumpe in die Tiefe gebracht und damit Organismen in der photischen Zone entzogen wurden erneut zur Verfügung gestellt.

Die Photosynthese der Mikroalgen (Phytoplankton), die die Grundlage der Nahrungskette im Meer bilden, ist auf die lichtdurchdrungene Zone (photische Zone) beschränkt (maximal 200 m, jedoch in der Regel eher 20 m), die Bioproduktion wird in der Regel von den zur Verfügung stehenden Nährstoffen (Stickstoff N und Phosphat P) limitiert.

Die biologische Pumpe entzieht der photischen Zone beständig Nährstoffe und transportiert sie in die Tiefsee, wo sie für die Photosynthese wertlos sind. Der Auftrieb von kaltem Wasser aus der Tiefe bring diese Nährstoffe zurück. Aus diesem Grund wird in Auftriebsgebieten etwa die Hälfte der Biomasse der Weltmeere erzeugt (siehe auch: Verteilung biogener Sedimente). Upwelling ist allerdings eine Ausnahme, da die Erwärmung der Ozeane an der Oberfläche im allgemeinen eine stabile vertikale Dichteschichtung der Wassermassen bewirkt.

Da eine beständige Zufuhr dieser Nährstoffe und in der Regel ausreichend Sonneneinstrahlung gewährleistet ist (die meisten Auftriebsgebiete liegen in subtropischen Breiten), sind Auftriebsgebiete Hochproduktionsgebiete. Die biologische Primärproduktion ist vom Satelliten aus optisch meßbar (siehe:Satellitenmessung der Ozeanfarbe), da die Konzentration des Phytoplanktons (bzw. des Chlorophyll) und seiner Abbauprodukte (Gelbstoffe) die Farbe des Meeres verändern (siehe z.B.: Farbmeer, Ocean Color from Space).

In geologischer Hinsicht sind Auftriebsgebiete deshalb von Interesse, da die hohe biologische Produktivität hier zu einer im Vergleich zum offenen Ozean deutlich unterschiedenen Zusammensetzung der Sedimente und zu hohen Sedimentationsraten führt.