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Online-Nachschlagewerk zur Meeresforschung
Herausgeber: Dr. D. Völker

Leben und Lebensdichte im Wattenmeer

Autor: Dr. David Voelker

Wattenmeere zeichnen sich durch extreme Schwankungen der Lebensbdingungen durch die wechselnde Wasserbedeckung aus. Unter diesen Bedingungen können nur spezialisierte Organismen überleben. Wattenmeere zeichnen sich daher durch eien relative Armut an Tier- und Pflanzenarten aus. Die angepassten Organismen können jedoch aufgrund der hohen Nährstoffzufuhr eine extrem hohe Besiedlungsdichte erreichen.

Typisch für Wattenmeere sind durch die Tiden verursachten extremen tägliche Schwankungen in den Lebensbedingungen. Der Rhythmus der Tiden verwandelt nicht nur Meeresboden in Land sondern bewirkt darüber hinaus Schwankungen in folgenden Parametern:

Trotz dieser extremen Schwankungen, die für die meisten Tiere spezielle Anpassungen notwendig machen, z.B. die Fähigkeit sich einzugraben und Ausbildung von "Schnorcheln" (syphus), um dem toxischen Schwefelwasserstoff zu entgehen, ist das Wattenmeer eine der Regionen mit der höchsten Bioproduktivität überhaupt, da die Rate der Primärproduktion im Jahresmittel hoch ist. Die Primärproduktion ist allerdings nicht gleichmäßig sondern variiert stark jahreszeitlich und ist vor allem lichtlimitiert

Chlorophyllverteilung (Rohdaten) in der Deutschen Bucht aufgenommen mit einer Fluormeter-Sonde in ca. 4,5 m Tiefe während der FS GAUSS- Fahrt Nr. 351 (11.7. - 14.7.2000) aus: MURSYS - Umweltreportsystem des BSH: Nährstoffkonzentrationen in der küstennahen Zone und in der Deutschen Bucht.

Typisch sind auch explosionsartige Algenblüten, wie in der Abbildung in der 22.Woche 1995 dokumentiert. Normalerweise handelt es sich bei der Grünalge Phaeocystis um relativ harmloses, einzelliges Plankton, das in ziemlich kleinen Mengen vorkommt. Wenn es jedoch zu einem Überschuss an Nährstoffen kommt, läuft Phaeocystis aus dem Ruder und bildet Stämme, die das Gleichgewicht des gesamten Ökosystems an den Küsten beeinträchtigen. Wenn der Schaum eine kritische Größe erreicht hat, schließen sich einzelne Zellen zusammen, bilden gelatineartige Klumpen, die an der Wasseroberfläche schwimmen, und scheiden enorme Mengen von Proteinen aus, wenn sie im Spätfrühjahr sterben. Wellen wirbeln die Proteine durcheinander und erzeugen "Eischnee".